Techniken in der SeidenmalereiWie man die edlen Stoffe mit Farbe und Spezialmitteln gestalten kann26.04.2008 Andrea Fettweis
Grußkarte mit Motiv auf Seide - Andrea Lübke
Glanz und Weichheit sind die hervorragendsten Eigenschaften der Seide. Ob Pongé, Chiffon, Bourette, Crêpe de Chine, Satin, Twill oder Seidenjersey: Immer wieder begeistert das Material durch seinen speziellen matten Schimmer und seine fließende Textur. Auf der Haut ist Seide eine kleine Sensation, denn sie vermittelt bei jeder Temperatur ein großes Wohlbehagen und sieht dazu noch edel aus. Der Wunsch, dieses Material nach unserem Geschmack zu färben und zu verzieren, ist daher allzu verständlich. Material für SeidenmalereiSeide lässt sich auf verschiedene Arten bemalen und verarbeiten. Wer sich erst mit der Technik vertraut machen will, sollte mit Pongé-Seide beginnen. Sie ist relativ preiswert und nimmt die Farben gut auf. Weiterhin brauchen Sie einen Rahmen, um die Seide mit Hilfe von Dreizackstiften oder Reißzwecken aufzuspannen. Eleganter, aber etwas teurer sind Spannklammern, die das Seidenteil festhalten, ohne es zu durchstechen. Kleinere Seidenstücke können Sie auch auf einer Glasplatte oder auf Folie fixieren und bemalen. Farben gibt es in unterschiedlicher Qualität, alle können mit Wasser verdünnt werden. Sie werden entweder durch Bügeln oder durch Dampf (Dampfkochtopf oder Profi-Fixiergerät) fixiert, um sie licht und waschecht zu machen. Die Brillianz ist bei dampffixierbaren Farben höher, dafür geht das Fixieren durch Bügeln einfacher und schneller. Zum Auftragen der Farbe dienen runde Aquarellpinsel in mehreren Größen. Je nach Technik kommen noch spezielle Hilfsmittel hinzu, die unten beschrieben werden. Alle Materialien bekommen Sie im gut sortierten Hobbybedarf in Ihrer Nähe oder über das Internet. Farben testenEin kleines Stück Seide sollten Sie zum Ausprobieren der Farben reservieren. Geben Sie jeweils einen Tropfen von jeder Farbe der Reihe nach auf die Seide und legen Sie eine entsprechende Farbkarte an. So finden Sie die Farben schneller wieder und können sich die Wirkung besser vorstellen. Der Farbe freien Lauf lassenDiese Technik ist für jeden zu empfehlen, der neu in die Seidenmalerei einsteigt. Die Seide wird angefeuchtet und überschüssiges Wasser mit einem Lappen abgenommen. Nun kann man nach Lust und Laune Farbe auf der Seide verteilen und beobachten, wie sich neue Mischtöne ergeben, während die Farben ineinander verlaufen. Wenn jeder Farbauftrag einzeln trocknet, entstehen interessante Farbränder, die dem Gesamtbild eine zusätzliche Struktur verleihen. Wer die Ränder vermeiden will, schließt die nächste Farbe an den Rand der anderen an, solange sie noch feucht ist. Klare Linien mit Gutta ziehenWer deutliche Konturen haben möchte, kann Gutta verwenden. Das ist ein Konturenmittel, das es in verschiedenen Farben, aber auch in transparenter Form gibt. Durchsichtige Gutta gibt dann nach dem Waschen und Fixieren die Grundfarbe des Tuches wieder. Ist der Untergrund hell oder weiß, wird besonders die Transparenz der Seide betont. Schwarze Gutta schafft klare, harte Linien, während goldenes oder silberfarbenes Konturenmittel eine zusätzliche edle Komponente darstellt. Gutta wird benutzt, um verschiedene Flächen klar abzugrenzen. Die Farben können nicht mehr ineinander verlaufen, es sei denn, man wendet einzelne Konturenlinien nur offen als Strukturierung an. Wichtig ist in jedem Fall, dass sie gut trocknet, bevor man mit der Bemalung anfängt. Aquarellieren auf SeideWer das Fließen der Farben etwas einschränken möchte, kann die Seide vorher mit einem sogenannten Malgrund versehen. Darauf lässt sich, ähnlich wie auf Papier, aquarellartig malen. Wer also sein Motiv besser steuern möchte, ist mit diesem sogenannten Anti-Fusant gut bedient. Fließverhalten der Farben ändernDas Fließverhalten der Farben kann auch ganz unterbunden werden, wenn ihnen ein Farbverdicker beigemischt wird. So wird ein freies Malen ohne Guttalinien möglich. Auch für Stempel- oder Schablonentechniken ist der Verdicker das perfekte Mittel. Spezial-Effekte mit SalzkörnernÜberraschende Muster erhalten Sie, wenn Sie in eine noch feuchte Farbfläche grobe Salzkristalle streuen. Je nach Größe der Kristalle entstehen unterschiedliche Reaktionen. Es gibt auch die Möglichkeit, das Salz auf eine trockene, bemalte Fläche zu legen und mit Appreturlöser zu besprühen, um ein vergleichbares Ergebnis zu erzielen. Für Glitzer- oder Perlmutteffekte gibt es ein Spezialmittel, das den Farben beigemischt wird. Nach dem Trocknen und Fixieren kommt dieser besondere Schimmer wunderbar zu Geltung. Urheberrecht: Andrea Fettweis. Verwendung des Textes nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors.
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